Hinterkaifeck

Die schreckliche Mordtat von Hinterkaifeck im Jahre 1922 blieb leider ungeklärt und übt immer noch eine Faszination aus.
Wo aber lag Hinterkaifeck und was ist dort geschehen?

Der Ort Hinterkaifeck

 
Position von Hinterkaifeck
 

Der Hof Hinterkaifeck lag nahe des südlichen kleinen Waldstückes, das als Hexenholz bezeichnet wird. Sowohl nach Westen als auch nach Süden hin gab es keine Nachbarhöfe, sondern nur Wiesen und Ackerland, an die in einiger Entfernung sich ausgedehnte Wälder erstreckten.
Nach Gröbern hin führte ein Weg, der erste Nachbar in dieser Richtung war ca. 300m entfernt.

Mehr Informationen zur Lage Hinterkaifecks und das übersichtliche Luftbild in groß gibt es hier

Hinterkaifeck war ein Einödhof, der nahe dem kleinen Ort Gröbern lag und der kurz nach der Tat im Jahr 1923 abgerissen wurde. Gröbern gehörte damals zum Gemeindegebiet Wangen (heute Gemeindegebiet Waidhofen) und liegt etwa 6km östlich von Schrobenhausen.

Heute ist das Schrobenhausener Land für seinen qualitativ hochwertigen Spargel und für den Anbau von Rollrasen auch überregional bekannt.


Wer lebte auf Hinterkaifeck?

1922 gehörte der Hof der 35-jährigen Viktoria Gabriel geb. Gruber. Ihr Mann Karl Gabriel war schon 1914 im Ersten Weltkrieg gefallen. Erst nach seinem Tod wurde im Januar 1915 ihre gemeinsame Tochter Cäzilia Gabriel geboren. 1919 bekam Viktoria noch ein Kind, Josef Gruber, als dessen Vormund Viktorias Vater Andreas Gruber eingetragen wurde, da Viktoria nie wieder heiratete. Viktorias Mutter war Cäzilia Gruber .

Immer wieder wechselte das Dienstpersonal auf Hinterkaifeck. Zum Zeitpunkt der Tat war auch eine neue Magd auf dem Hof, Maria Baumgartner . Sie war erst am Freitag Abend nach Hinterkaifeck gekommen, um am Samstag, den 1. April 1922 ihren Dienst anzutreten.


Was geschah in der Nacht vom 31. März auf den 1. April 1922?

Irgendwann zwischen Freitag Abend 17:00 und Samstag Vormittag wurden alle 6 Menschen auf Hinterkaifeck ermordet.
Sie alle erlitten massive Kopfverletzungen und waren sofort tot, nur Cäzilia Gabriel, auch Cilli genannt, überlebte die Tat für wenige Stunden.
Die Tatwaffe wurde beim Abriss von Hinterkaifeck in einem Fehlboden im Dachgeschoss gefunden. Es handelt sich dabei um eine Reuthaue, die durch die Aussage von Georg Siegl eindeutig als dem Hinterkaifeck'schen Haushalt zugehörig identifiziert wurde.
Die unterschiedlichen Verletzungsmuster der Opfer lassen Spekulationen zu, ob nicht noch weitere Tatwaffen zum Einsatz kamen. Eine Klärung dieses Punktes ist nicht mehr möglich, da der Obduktionsbericht nicht erhalten ist.
So offen wie die Frage nach dem Täter gestaltet sich auch die Frage nach dem Motiv für diese grausame Tat.