im Entstehen

Bei der von den oberschlesischen Behörden bezeichneten Gruppe „Gump und Genossen“ handelte es sich um Mitglieder des Freikorps Oberland, die im „Grenzschutz Ost“ für den Selbstschutz Oberschlesien- Armeeoberkommando Süd an den Aufständen in Oberschlesien teilnahmen.

Die einzelnen Personen

Ernst Friedrich

alias: Hauptmann Fischer

Ernst Friedrich, geboren 1881 in Pritter Kr. Usedom, heute Przytór ein Stadtteil von Swinemünde in der polnischen Woiwodschaft Westpommern. Dieser soll, bevor er nach Oberschlesien ging in Bernburg (Sachsen-Anhalt) gewohnt haben. Nach den Aufständen und der Auflösung des Selbstschutzes ging er nach Magdeburg und besaß dort ein Schuhgeschäft.
In Oberschlesien soll er sich mit seinem Leiter der Nachrichtenzentrale uneinig gewesen sein und entzweit haben, was ihn zur Gründung einer eigenen Gruppe, der „Kriminalabteilung Fischer“ veranlasste.

Adolf Gump

alias:Josef Bump, Josef Gump
siehe dessen Personenseite:
Adolf Gump

Wilhelm Dressel

alias: Hohenstein

Wilhelm Dressel ist in Schrobenhausen geboren, wuchs in Augsburg auf und trat 1921 der Landpolizei in Augsburg bei, wo er allerdings aufgrund seiner Persönlichkeit bald darauf wieder entlassen wurde. Er wird als leichtfertige Person, die jeder ehrlichen Arbeit aus dem Weg geht und seinen Eltern deswegen bereits schon oft Sorgen bereitete geschildert.
Dressel war als Mitglied des Freikorps Oberland in Oberschlesien und aktiv im 3. Aufstand beteiligt. Er soll auch Mitglied der Arbeitsgemeinschaft "Laube" in Breslau gewesen sein.
Wurde im Herbst 1921 aufgrund von begangener Straftaten in Oberschlesien kurzzeitig festgenommen, nach seiner Entlassung hatte er bis Ende März bei der Landespolizei in Ansbach gearbeitet, dann tauchte er kurz bei seinen Eltern auf und soll nach Russland gefahren sein.
Bericht über Nachforschungen zu Dressel

Josef Mussweiler

alias: Weiland

zur Personenseite Josef Mussweiler
Mussweiler war mindestens an den Diebstählen und Unterschlagungen der Gruppe beteiligt, weiters soll er drei Gefangene (Görlitz, Stellmach und Kauert) der Nachrichtenzentrale Oberland – Kriminalabteilung Fischer- erschossen, und bei [[[Liste der Todesopfer im Komplex Gump| sechs weiteren Tötungen]] in Turawa (Gorelski, Gora, Halupczok, Bartzik, Mucha und Rossa) Täter oder Mittäter gewesen sein.

Aufgrund einer eidlichen Falschaussage in Neiße – er nannte sich Leutnant Josef Weyland und besaß Legitimationspapiere u. a. auch einen Paß auf diesen Namen- hatte der Oberstaatsanwalt in Neiße Anklage erhoben, und nach umfangreicher längerer Fahndung konnte er in Campe bei Stade gefunden werden. In der Verhandlung wegen „fahrlässigen Falscheides“ wurde er am 31. August 1923 vom Landgericht Neiße freigesprochen.

Hintergrund: Bei zwei Zeugenaussagen zu anderen Verfahren wurde er im Anschluss an die Aussage vereidigt, und korrigierte dabei nicht seinen Alias-Namen. Da er aber seine Aussage(n) unterschrieb handelte es sich lediglich um einen fahrlässigen Falscheid.

Kriminalabteilung Fischer

Die unter dem „Grenzschutz Ost“ oder „Selbstschutz Oberschlesien“ agierenden Freiwilligen waren in ein Armeeoberkommando Nord (Ostpreußen) und Süd (Oberschlesien) eingeteilt.

Armeeoberkommando Süd
Hauptquartier in Breslau/Schlesien

Mai bis Juli 1921 Nachrichtenzentrale in Leschnitz, Kreis Oppeln (Geheimrat Berger)
ab Juli 1921 Verlegung der Nachrichtenzentrale nach Bielau, Kreis Neisse (Geheimrat Berger)
Nachrichtenzentrale
  Nachrichtenzentrale Fischer in Winnsdorf
Weitere Namen: Kriminalabteilung Fischer
Leitung: Ernst Friedrich
….folgt….



Ernst Friedrich war Mitglied der Nachrichtenzentrale unter Ruge (Geheimrat Berger), hatte sich jedoch nach kurzer Zeit mit diesem veruneinigt und daraufhin eine eigene zweite Nachrichtenzentrale in Winnsdorf, Kreis Neiße eingerichtet. Dieser von Friederich geführten Nachrichtenzentrale in Winnsdorf gehörten einige Leute der von Ruge geführten Nachrichtenzentrale an. So: Adolf Gump, Wilhelm Dressel und Josef Mussweiler.
Die Nachrichtenzentrale bzw. Kriminalabteilung Fischer soll berüchtigt und gefürchtet gewesen sein.Gerüchten zufolge bildete sie eine Art Rollkommando für Spezialaufgaben und führte Erschießungen nach dem damals verhängtem Standrecht durch. Leuschner berichtet in seinem Buch:

"Dem Kriminaloberinspektor Friedrich alias Fischer, der sich auch Hauptmann Fischer nannte, soll ein besonders schlimmer Ruf vorausgeeilt sein. In Oberschlesien habe es nur geheißen: "Wer nicht pariert, kommt zu Friedrich."

Was ist über ihre Kameradschaft und Zusammenarbeit bekannt?

[folgt]

Straftaten

[folgt]