Zeitungsartikel: 1988-01-25 Donaukurier: Unterschied zwischen den Versionen

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Am Montag (3. 4.) fehlt die achtjährige Cäcilia schon den zweiten Tag in der Schule. Der Postbote findet die Samstagszeitung schneebedeckt noch am Fenster stecken. Seit [[Wissen: Das Wetter und die Lichtverhältnisse rund um die Tat|Samstag]] schneit es. In Gröbern hört man das Vieh aus dem [[Sachverhalte: Das Vieh auf Hinterkaifeck|Hinterkaifecker Stall]] brüllen: die zwei Fahrochsen und die acht Kühe. Man bemerkt, daß aus dem Kamin des Bauernhauses trotz der kalten Witterung kein Rauch aufsteigt.  
Am Montag (3. 4.) fehlt die achtjährige Cäcilia schon den zweiten Tag in der Schule. Der Postbote findet die Samstagszeitung schneebedeckt noch am Fenster stecken. Seit [[Wissen: Das Wetter und die Lichtverhältnisse rund um die Tat|Samstag]] schneit es. In Gröbern hört man das Vieh aus dem [[Sachverhalte: Das Vieh auf Hinterkaifeck|Hinterkaifecker Stall]] brüllen: die zwei Fahrochsen und die acht Kühe. Man bemerkt, daß aus dem Kamin des Bauernhauses trotz der kalten Witterung kein Rauch aufsteigt.  


Am Dienstag (4. 4.) kommt ein [[Personen: Hofner Albert|Monteur]] aus Pfaffenhofen. Der alte Gruber hat ihn zu Reparatur des [[Sachverhalte: Der Motor auf Hinterkaifeck|Benzinmotors]] der Futterschneidmaschine herbestellt. Der Monteur wundert sich, daß niemand zu hause ist, repariert den Motor, geht durch die Scheune, durch die Futterkammer, wäscht sich im Stall die Hände, weiß nicht, was er wegen des brüllenden Viehs von der Lage auf dem Hof halten soll, geht zurück und trifft den Postboten, der sich eben dem Haus nähert. Der Postbote soll einen Brief der Schule abgeben, weil die Cäcilia nun schon den dritten Tag unentschuldigt fehlt. Monteur und Postbote beraten sich. Die Sache kommt ihnen nicht geheuer vor. Der Motor setzt den Postboten auf den Sozius seines Motorrades. Beide fahren nach Gröbern und verständigen den Ortsvorsteher Schlittenbauer.<br>
Am Dienstag (4. 4.) kommt ein [[Personen: Hofner Albert|Monteur]] aus [[Orte: Pfaffenhofen|Pfaffenhofen]]. Der alte Gruber hat ihn zu Reparatur des [[Sachverhalte: Der Motor auf Hinterkaifeck|Benzinmotors]] der Futterschneidmaschine herbestellt. Der Monteur wundert sich, daß niemand zu hause ist, repariert den Motor, geht durch die Scheune, durch die Futterkammer, wäscht sich im Stall die Hände, weiß nicht, was er wegen des brüllenden Viehs von der Lage auf dem Hof halten soll, geht zurück und trifft den Postboten, der sich eben dem Haus nähert. Der Postbote soll einen Brief der Schule abgeben, weil die Cäcilia nun schon den dritten Tag unentschuldigt fehlt. Monteur und Postbote beraten sich. Die Sache kommt ihnen nicht geheuer vor. Der Motor setzt den Postboten auf den Sozius seines Motorrades. Beide fahren nach Gröbern und verständigen den Ortsvorsteher Schlittenbauer.<br>
'''„Männer! Da her!“'''<br>
'''„Männer! Da her!“'''<br>
Kurz danach sind Monteur und Postbote wieder in Hinterkaifeck. Wenig später kommt [[Personen: Schlittenbauer Lorenz|Schlittenbauer]] mit seinem [[Personen: Schlittenbauer Johann|sechszehnjährigen Sohn]], mit den Nachbarn [[Personen: Sigl Jakob|Siegl]] und [[Personen: Pöll Michael|Pölt]]. Durch das offene [[Sachverhalte: Tatort|Scheunentor]] gehen sie in die Futterkammer, in den Stall. In der Futterkammer schreit plötzlich der Postbote: „Männer! Da her!“ Das Entsetzen ist unbeschreiblich. In der Futterkammer liegen, mit einigen Brettern und mit Heu lose zugedeckt, über- und nebeneinander, die schrecklich zugerichteten [[Sachverhalte: Die 5 Tatortbilder|Leichen]] der Bäuerin, ihres Töchterchens, ihrer Eltern! Die Dienstmagd finden sie in ihrer Kammer, halb auf dem Stuhl liegend, halb auf den Boden hingestreckt. Am 1. April hätte sie ihren Hinterkaifecker Dienst antreten sollen. Pflichteifrig war sie von [[Orte: Kühbach|Kühbach]] her aber schon den Nachmittag zuvor aufgezogen. Die erste Nacht in Hinterkaifeck war die letzte Nacht ihres Lebens. Das zweijährige Joseflein liegt in seinem Kinderwagen; ein Händchen lugt über den Wagenrand hinaus. Der Mörder hat mit der eisernen Haue das Kinderwagendach durchschlagen und dem Büberl das Köpfchen zerschmettert.
Kurz danach sind Monteur und Postbote wieder in Hinterkaifeck. Wenig später kommt [[Personen: Schlittenbauer Lorenz|Schlittenbauer]] mit seinem [[Personen: Schlittenbauer Johann|sechszehnjährigen Sohn]], mit den Nachbarn [[Personen: Sigl Jakob|Siegl]] und [[Personen: Pöll Michael|Pölt]]. Durch das offene [[Sachverhalte: Tatort|Scheunentor]] gehen sie in die Futterkammer, in den Stall. In der Futterkammer schreit plötzlich der Postbote: „Männer! Da her!“ Das Entsetzen ist unbeschreiblich. In der Futterkammer liegen, mit einigen Brettern und mit Heu lose zugedeckt, über- und nebeneinander, die schrecklich zugerichteten [[Sachverhalte: Die 5 Tatortbilder|Leichen]] der Bäuerin, ihres Töchterchens, ihrer Eltern! Die Dienstmagd finden sie in ihrer Kammer, halb auf dem Stuhl liegend, halb auf den Boden hingestreckt. Am 1. April hätte sie ihren Hinterkaifecker Dienst antreten sollen. Pflichteifrig war sie von [[Orte: Kühbach|Kühbach]] her aber schon den Nachmittag zuvor aufgezogen. Die erste Nacht in Hinterkaifeck war die letzte Nacht ihres Lebens. Das zweijährige Joseflein liegt in seinem Kinderwagen; ein Händchen lugt über den Wagenrand hinaus. Der Mörder hat mit der eisernen Haue das Kinderwagendach durchschlagen und dem Büberl das Köpfchen zerschmettert.
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