Zeitungsartikel: 1953-01-03 Niederbayerische Zeitung: Unterschied zwischen den Versionen

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Daraufhin erhielt eine Augsburger Zeitung eine Leserzuschrift aus München, indem der Leser darauf hinwies daß ein Geistlicher ihm gelegentlich einer Unterhaltung mitgeteilt habe, daß er die Namen der Mörder von Hinterkaifeck kenne. Eine Frau habe ihm auf dem Sterbebett, aber erst nach ihrer letzten Beichte, noch mitgeteilt: "Meine beiden Brüder waren die Mörder von Hinterkaifeck." Nun begann sich die Augsburger Staatsanwaltschaft erneut mit der fast 30 Jahre im Dunkeln liegenden Mordaffäre, deren Akten bei einem Bombenangriff auf Augsburg völlig vernichtet worden waren, zu befassen. Der von der Polizei vernommenen Geistliche weigerte sich entschieden, den Namen der Frau oder ihrer Brüder von sich aus mitzuteilen. Der Polizei gelang es jedoch, festzustellen, daß die Frau im Oktober 1941 in der Pfarrei gestorben war, die der Geistliche seinerzeit in Augsburg betreute. Die Polizei studierte darauf gründlich über 2500 Augsburger Sterbeakten aus dem Jahre 1941 und entdeckte dabei nicht nur den Namen der Frau, die außerhalb der Beichte auf dem Totenbett ihr Gewissen erleichtern wollte, sondern auch ihren Mädchennamen. Damit war es möglich, auch die Namen der Brüder der Frau festzustellen. Der Geistliche bestätigte nun, daß diese Namen mit dem ihn seinerzeit genannten übereinstimmten. Nun stellte sich heraus, daß einer der beiden Brüder - wahrscheinlich der Haupttäter - bereits 1944 durch ein rächendes Schicksal gerichtet wurde und selbst einem Gewaltverbrechen zum Opfer gefallen war. Der andere lebt noch in kümmerlichen Verhältnissen als Rentner. <br>
Daraufhin erhielt eine Augsburger Zeitung eine Leserzuschrift aus München, indem der Leser darauf hinwies daß ein Geistlicher ihm gelegentlich einer Unterhaltung mitgeteilt habe, daß er die Namen der Mörder von Hinterkaifeck kenne. Eine Frau habe ihm auf dem Sterbebett, aber erst nach ihrer letzten Beichte, noch mitgeteilt: "Meine beiden Brüder waren die Mörder von Hinterkaifeck." Nun begann sich die Augsburger Staatsanwaltschaft erneut mit der fast 30 Jahre im Dunkeln liegenden Mordaffäre, deren Akten bei einem Bombenangriff auf Augsburg völlig vernichtet worden waren, zu befassen. Der von der Polizei vernommenen Geistliche weigerte sich entschieden, den Namen der Frau oder ihrer Brüder von sich aus mitzuteilen. Der Polizei gelang es jedoch, festzustellen, daß die Frau im Oktober 1941 in der Pfarrei gestorben war, die der Geistliche seinerzeit in Augsburg betreute. Die Polizei studierte darauf gründlich über 2500 Augsburger Sterbeakten aus dem Jahre 1941 und entdeckte dabei nicht nur den Namen der Frau, die außerhalb der Beichte auf dem Totenbett ihr Gewissen erleichtern wollte, sondern auch ihren Mädchennamen. Damit war es möglich, auch die Namen der Brüder der Frau festzustellen. Der Geistliche bestätigte nun, daß diese Namen mit dem ihn seinerzeit genannten übereinstimmten. Nun stellte sich heraus, daß einer der beiden Brüder - wahrscheinlich der Haupttäter - bereits 1944 durch ein rächendes Schicksal gerichtet wurde und selbst einem Gewaltverbrechen zum Opfer gefallen war. Der andere lebt noch in kümmerlichen Verhältnissen als Rentner. <br>
Staatsanwalt Dr. Popp von der Augsburger Staatsanwaltschaft, der den Fall Hinterkaifeck seit einem Jahr intensiv bearbeitete, griff nun zu. In tagelangen Verhören häuften sich um den Verdächtigen schwerwiegende Indizien. Es stellte sich heraus, daß der 1944 ums Leben gekommene Bruder des Verhafteten mit der jungen Bäuerin des Einödhofes, Viktoria Gabriel, ein Liebesverhältnis unterhalten hatte und deswegen mit dem alten Bauern Gruber in schwerem Streit lag. Obwohl der Verhaftete leugnete, von der grauenhaften Mordtat was zu wissen, verwickelte er sich in Widersprüche und belastete sich schließlich schwer durch Aussagen, die er zu Mitgefangenen machte. Das Indizienbild ergab, daß der Massenmord von Hinterkaifeck kein Raubmord, sondern eine Eifersuchts- und Rachetat war, wobei die beiden Brüder die ganze Familie ausrotteten, um keine Tatzeugen ihres schaurigen Verbrechens am Leben zu lassen. <br>
Staatsanwalt Dr. Popp von der Augsburger Staatsanwaltschaft, der den Fall Hinterkaifeck seit einem Jahr intensiv bearbeitete, griff nun zu. In tagelangen Verhören häuften sich um den Verdächtigen schwerwiegende Indizien. Es stellte sich heraus, daß der 1944 ums Leben gekommene Bruder des Verhafteten mit der jungen Bäuerin des Einödhofes, Viktoria Gabriel, ein Liebesverhältnis unterhalten hatte und deswegen mit dem alten Bauern Gruber in schwerem Streit lag. Obwohl der Verhaftete leugnete, von der grauenhaften Mordtat was zu wissen, verwickelte er sich in Widersprüche und belastete sich schließlich schwer durch Aussagen, die er zu Mitgefangenen machte. Das Indizienbild ergab, daß der Massenmord von Hinterkaifeck kein Raubmord, sondern eine Eifersuchts- und Rachetat war, wobei die beiden Brüder die ganze Familie ausrotteten, um keine Tatzeugen ihres schaurigen Verbrechens am Leben zu lassen. <br>
Und nun erhält dieser Kriminalfall eine Wendung, die die irdische Sühne für das schwere Verbrechen auszuschließen scheint. Obwohl es für den Staatsanwalt feststeht, daß der dringend Tatverdächtige der Mörder ist und obwohl alle Voraussetzungen zu Eröffnung eines Gerichtsverfahrens gegen ihn vorhanden wären, mußte er wieder auf freien Fuß gesetzt werden, da nach den Bestimmungen des deutschen Strafrechtes auch Mörder nach 30 Jahren außer Verfolgung zu setzen sind, wenn innerhalb dieser Zeit kein richterlicher Untersuchungsakt gegen sie vorgenommen wurde. Da auf diese beiden Brüder während des Verlaufes von 30 Jahren kein Verdacht gefallen war, waren sie auch niemals in die Ermittlungen einbezogen worden. Erstmals war der jetzt unter dem dringenden Verdacht des Mordes Stehenden im April 1952 ins Verhör genommen. Hätten ihn die Ermittlungen 14 Tage früher erreicht, so wäre die am 31. März 1952 eingetretene Verjährung noch nicht wirksam gewesen. So wir der Massenmord von Hinterkaifeck, obwohl er nach 30 Jahren nahezu völlig aufgeklärt scheint, keine Sühne vor einem irdischen Gericht finden.
Und nun erhält dieser Kriminalfall eine Wendung, die die irdische Sühne für das schwere Verbrechen auszuschließen scheint. Obwohl es für den Staatsanwalt feststeht, daß der dringend Tatverdächtige der Mörder ist und obwohl alle Voraussetzungen zu Eröffnung eines Gerichtsverfahrens gegen ihn vorhanden wären, mußte er wieder auf freien Fuß gesetzt werden, da nach den Bestimmungen des deutschen Strafrechtes auch Mörder nach 30 Jahren außer Verfolgung zu setzen sind, wenn innerhalb dieser Zeit kein richterlicher Untersuchungsakt gegen sie vorgenommen wurde. Da auf diese beiden Brüder während des Verlaufes von 30 Jahren kein Verdacht gefallen war, waren sie auch niemals in die Ermittlungen einbezogen worden. Erstmals war der jetzt unter dem dringenden Verdacht des Mordes Stehenden im April 1952 ins Verhör genommen. Hätten ihn die Ermittlungen 14 Tage früher erreicht, so wäre die am 31. März 1952 eingetretene Verjährung noch nicht wirksam gewesen. So wird der Massenmord von Hinterkaifeck, obwohl er nach 30 Jahren nahezu völlig aufgeklärt scheint, keine Sühne vor einem irdischen Gericht finden.


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