Aussagen: 1951-12-17 Schlittenbauer Johann: Unterschied zwischen den Versionen

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Zur P e r s o n:
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S c h l i t t e n b a u e r, Vorname Johann, verh. Landwirt, geb. am 27.3.1906 in Gröbern, Gde. Wangen, LK. Schrobenhausen, wohnhaft in Gröbern, Hs.Nr. 27 1/2, Gde. Wangen, LK. Schrobenhausen.
Schlittenbauer, Vorname Johann, verh. Landwirt, geb. am 27.3.1906 in Gröbern, Gde. Wangen, LK. Schrobenhausen, wohnhaft in Gröbern, Hs.Nr. 27 1/2, Gde. Wangen, LK. Schrobenhausen.


Zur S a c h e:
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Mein Vater, Siegl und Pöll begaben sich dann nach Hinterkaifeck. Mein Bruder Josef und ich gingen mit. Nachdem die 3 Männer auch keinen Einlass fanden und auf ihr Rufen niemand angab, begaben sie sich durch die zugemachte jedoch nicht versperrte Stadeltüre am Stadeltor vom Hofraum in den Stadel. Von dort aus haben sie eine Türe zur Futterkammer eingesprengt, durch welche sie dann durch die Futterkammer zur Stallung und ins Haus gelangen konnten. Die Türe von der Futterkammer zur Stallung war ausgehängt und lag in der Futterkammer. Pöll, der hinter meinem Vater und Siegl durch die Futterkammer zur Stallung gehen wollte, sagte zu mir und meinem Bruder: " Buben wenn`s draußen bleiben tats wär`s besser, ich hab mal einen Gehängten gesehen und das macht keinen guten Anblick." Mein Bruder und ich gingen aber trotzdem den 3 Männern nach. Auf einmal sagte Pöll:"Halt, halt, da ist ein Kalbshaxen." Dies war in der Futterkammer. Dort war es etwas dunkel. Mein Vater und Siegl, die vorausgegangen waren, gingen etwas zurück. Sie hoben die in der Futterkammer liegende Stalltüre hoch und weg und fanden dann die Leichen vor. Als erste Leiche kam jene des alten Gruber zum Vorschein. Auf den Leichen lag etwas Stroh und darauf die Stalltüre. Wie die anderen Leichen nebeneinander lagen, ob jene der Frau Gruber oder der Frau Gabriel zuerst lag, kann ich nicht mehr sagen. Es hat sich um die Leichen des alten Gruber, dessen Frau, der Frau Gabriel und deren Tochter gehandelt. Soviel ich mich erinnern kann, sagte mein Vater, jetzt müsse er sehen wo der kleine Bub ist. Dass auch die Magd vorhanden war, wusste man zu dieser Zeit noch nicht. Mein Vater fand den Buben in einem Zimmer ebenfalls tot. Ob der Bub im Schlafzimmer der Frau Gabriel oder im Schlafzimmer der Eheleute Gruber oder sonstwo lag, weiß ich nicht. Dorthin bin ich nicht gekommen. Wer die getötete Magd gefunden hat, kann ich auch nicht sagen.  
Mein Vater, Siegl und Pöll begaben sich dann nach Hinterkaifeck. Mein Bruder Josef und ich gingen mit. Nachdem die 3 Männer auch keinen Einlass fanden und auf ihr Rufen niemand angab, begaben sie sich durch die zugemachte jedoch nicht versperrte Stadeltüre am Stadeltor vom Hofraum in den Stadel. Von dort aus haben sie eine Türe zur Futterkammer eingesprengt, durch welche sie dann durch die Futterkammer zur Stallung und ins Haus gelangen konnten. Die Türe von der Futterkammer zur Stallung war ausgehängt und lag in der Futterkammer. Pöll, der hinter meinem Vater und Siegl durch die Futterkammer zur Stallung gehen wollte, sagte zu mir und meinem Bruder: " Buben wenn`s draußen bleiben tats wär`s besser, ich hab mal einen Gehängten gesehen und das macht keinen guten Anblick." Mein Bruder und ich gingen aber trotzdem den 3 Männern nach. Auf einmal sagte Pöll:"Halt, halt, da ist ein Kalbshaxen." Dies war in der Futterkammer. Dort war es etwas dunkel. Mein Vater und Siegl, die vorausgegangen waren, gingen etwas zurück. Sie hoben die in der Futterkammer liegende Stalltüre hoch und weg und fanden dann die Leichen vor. Als erste Leiche kam jene des alten Gruber zum Vorschein. Auf den Leichen lag etwas Stroh und darauf die Stalltüre. Wie die anderen Leichen nebeneinander lagen, ob jene der Frau Gruber oder der Frau Gabriel zuerst lag, kann ich nicht mehr sagen. Es hat sich um die Leichen des alten Gruber, dessen Frau, der Frau Gabriel und deren Tochter gehandelt. Soviel ich mich erinnern kann, sagte mein Vater, jetzt müsse er sehen wo der kleine Bub ist. Dass auch die Magd vorhanden war, wusste man zu dieser Zeit noch nicht. Mein Vater fand den Buben in einem Zimmer ebenfalls tot. Ob der Bub im Schlafzimmer der Frau Gabriel oder im Schlafzimmer der Eheleute Gruber oder sonstwo lag, weiß ich nicht. Dorthin bin ich nicht gekommen. Wer die getötete Magd gefunden hat, kann ich auch nicht sagen.  
   
   
Als die Leichen in der Futterkammer gefunden waren, schickte mich mein Vater sofort zum Bürgermeister nach Wangen, um dort zu sagen, dass die Leute in Hinterkaifeck alle umgebracht seien, er solle sofort die Gendarmerie verständigen. Der Bürgermeister wollte dies zuerst nicht glauben. Auf mein wiederholtes Vorbringen hat der Bürgermeister Greger die Gendarmerie verständigt.  
Als die Leichen in der Futterkammer gefunden waren, schickte mich mein Vater sofort zum Bürgermeister nach Wangen, um dort zu sagen, dass die Leute in Hinterkaifeck alle umgebracht seien, er solle sofort die Gendarmerie verständigen. Der Bürgermeister wollte dies zuerst nicht glauben. Auf mein wiederholtes Vorbringen hat der Bürgermeister [[Personen: Greger Georg | Greger]] die Gendarmerie verständigt.  
   
   
Bevor ich von meinem Vater zur Verständigung des Bürgermeisters weggeschickt wurde, war ein gewisser Josef Kreitmeier, der auch schon gestorben ist mittels Fahrrad nach Hinterkaifeck gekommen. Er ließ mich hinten aufstehen und fuhr mit mir nach Gröbern. Unterwegs riefen wir den Leuten zu, dass in Hinterkaifeck alle erschlagen worden seien. Nach Verständigung des Bürgermeisters begab ich mich wieder nach Hinterkaifeck. Dort waren inzwischen ziemlich viele Leute angekommen. Mein Vater hatte inzwischen von Waidhofen aus die Gendarmerie in Schrobenhausen und Hohenwart benachrichtigen lassen. Mein Vater wollte die Leute nicht in das Haus in Hinterkaifeck lassen. Als die Gendarmerie angekommen war, hat diese die Absperrung getätigt. Dennoch kamen eine Menge Leute ins Haus.  
Bevor ich von meinem Vater zur Verständigung des Bürgermeisters weggeschickt wurde, war ein gewisser Josef Kreitmeier, der auch schon gestorben ist mittels Fahrrad nach Hinterkaifeck gekommen. Er ließ mich hinten aufstehen und fuhr mit mir nach Gröbern. Unterwegs riefen wir den Leuten zu, dass in Hinterkaifeck alle erschlagen worden seien. Nach Verständigung des Bürgermeisters begab ich mich wieder nach Hinterkaifeck. Dort waren inzwischen ziemlich viele Leute angekommen. Mein Vater hatte inzwischen von Waidhofen aus die Gendarmerie in Schrobenhausen und Hohenwart benachrichtigen lassen. Mein Vater wollte die Leute nicht in das Haus in Hinterkaifeck lassen. Als die Gendarmerie angekommen war, hat diese die Absperrung getätigt. Dennoch kamen eine Menge Leute ins Haus.  
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== Verbindung zum Mordfall Hinterkaifeck ==
== Verbindung zum Mordfall Hinterkaifeck ==


== Fragen/Bemerkungen ==
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