Aussagen: 1922-05-04 Bichler Karl: Unterschied zwischen den Versionen

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Im Nachgange zur Anzeige vom 2.Mai 22 wurde heute vormitt. 8 1/2 Uhr in der Wohnung des Bürgermeisters Johann Glück von Althegnenberg der led. Hilfsarbeiter<br>
Im Nachgange zur Anzeige vom 2.Mai 22 wurde heute vormitt. 8 1/2 Uhr in der Wohnung des Bürgermeisters Johann Glück von Althegnenberg der led. Hilfsarbeiter<br>
Karl Bichler<br>
Karl Bichler<br>
Geboren 12.Oktober 1901 in Waidhofen, B.A. Schrobenhausen, ehelich der Gütlerseheleute Martin und Viktoria Bichler, letzt. Geb. Steinbichler in Waidhofen, Hs-Nr. 47 wohnhaft, z. Zt. Im Gemeindehaus in Althegnenberg wohnhaft, vorläufig festgenommen.<br><br>
Geboren 12.Oktober 1901 in [[Orte: Waidhofen|Waidhofen]], B.A. [[Orte: Schrobenhausen|Schrobenhausen]], ehelich der Gütlerseheleute [[Orte: Waidhofen#Einwohner (ansässige Familien)|Martin und Viktoria Bichler]], letzt. Geb. Steinbichler in Waidhofen, Hs-Nr. 47 wohnhaft, z. Zt. Im Gemeindehaus in Althegnenberg wohnhaft, vorläufig festgenommen.<br><br>


Zur Sache selbst gab er folgendes an:<br>
Zur Sache selbst gab er folgendes an:<br>
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Die Nacht vom 31.März auf 1.April 22 hielt ich mich in der Wirtschaft vom Bergmüller in Althegnenberg auf. Von einem von dem Schreinermeister Peter in Althegnenberg veranstaltetem Theaterstück, welches am 9. und 17.April zur Aufführung gelangte, fanden vorher wiederholt Proben statt, bei diesen ich auf Bestehen des Peter mitwirkte. Ob in der Nacht vom 31.März auf den 1.April eine Probe abgehalten wurde, bei der ich mitwirkte, weiß ich nicht. Ich bin aber fast täglich mit dem Baumeister Michael Huber vom Gute Lindahof nach der Arbeit etwa gegen 6 1/2 Uhr mit ihm nach Althegnenberg in die Wirtschaft zum Bergmüller gegangen. Diese meine Angaben kann sowohl Bergmüller, als auch die dortige Kellnerin “Tina“ bestätigen.<br><br>
Die Nacht vom 31.März auf 1.April 22 hielt ich mich in der Wirtschaft vom Bergmüller in Althegnenberg auf. Von einem von dem Schreinermeister Peter in Althegnenberg veranstaltetem Theaterstück, welches am 9. und 17.April zur Aufführung gelangte, fanden vorher wiederholt Proben statt, bei diesen ich auf Bestehen des Peter mitwirkte. Ob in der Nacht vom 31.März auf den 1.April eine Probe abgehalten wurde, bei der ich mitwirkte, weiß ich nicht. Ich bin aber fast täglich mit dem Baumeister Michael Huber vom Gute Lindahof nach der Arbeit etwa gegen 6 1/2 Uhr mit ihm nach Althegnenberg in die Wirtschaft zum Bergmüller gegangen. Diese meine Angaben kann sowohl Bergmüller, als auch die dortige Kellnerin “Tina“ bestätigen.<br><br>


Die Ermordeten in Hinterkaifeck mit Ausnahme der [[Personen: Baumgartner Maria | Dienstmagd]] habe ich persönlich gekannt. Ich habe dort im Herbste 1919 bei der Kartoffelernte mitgeholfen. Die [[Der Hof Hinterkaifeck | häuslichen Verhältnisse]] waren mir in soweit bekannt, daß ich nur Bescheid wußte, über das Wohnzimmer, Küche und Stallung. Die übrigen Räumlichkeiten waren mir nicht näher bekannt. Es ist richtig, daß mir bekannt war, daß die Ermordeten vermögend waren und auch noch Goldgeld hatten, was ich in der Wirtschaft und von anderen Personen erfahren habe.<br><br>
Die [[Sachverhalte: Die 5 Tatortbilder|Ermordeten]] in Hinterkaifeck mit Ausnahme der [[Personen: Baumgartner Maria | Dienstmagd]] habe ich persönlich gekannt. Ich habe dort im Herbste 1919 bei der Kartoffelernte mitgeholfen. Die [[Der Hof Hinterkaifeck | häuslichen Verhältnisse]] waren mir in soweit bekannt, daß ich nur Bescheid wußte, über das Wohnzimmer, Küche und Stallung. Die übrigen Räumlichkeiten waren mir nicht näher bekannt. Es ist richtig, daß mir bekannt war, daß die Ermordeten vermögend waren und auch noch [[Sachverhalte: Vor der Tat vorhandenes Geld|Goldgeld]] hatten, was ich in der Wirtschaft und von anderen Personen erfahren habe.<br><br>


Vom Morde erfuhr ich aus der Zeitung. Vom Täter bzw. Mittäter oder Anstifter fehlt mir jeder Verdacht.<br>
Vom Morde erfuhr ich aus der Zeitung. Vom Täter bzw. Mittäter oder Anstifter fehlt mir jeder Verdacht.<br>
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Als Dienstbote bei Preschl in Westerbach habe ich im Jahre 1914 aus dem Taubenschlag heraus ein paar junge Tauben gestohlen, die ich wieder fliegen ließ, da ich bei der Tat ertappt worden bin.<br>
Als Dienstbote bei Preschl in Westerbach habe ich im Jahre 1914 aus dem Taubenschlag heraus ein paar junge Tauben gestohlen, die ich wieder fliegen ließ, da ich bei der Tat ertappt worden bin.<br>
Beim Wirt [[Personen: Walter Johann | Johann Walter]] in Koppenbach habe ich im Jahre 1917 aus dessen verschlossenen Kassenschrank, der in die Mauer im Schlafzimmer eingelassen war, mit dem dazu gehörigen Schlüssel, der auf einer an der Wand hängenden Uhr versteckt war, einigemal kleinere Beträge in der Gesamthöhe von 50 M gestohlen.<br>
Beim Wirt [[Personen: Walter Johann | Johann Walter]] in [[Orte: Koppenbach|Koppenbach]] habe ich im Jahre 1917 aus dessen verschlossenen Kassenschrank, der in die Mauer im Schlafzimmer eingelassen war, mit dem dazu gehörigen Schlüssel, der auf einer an der Wand hängenden Uhr versteckt war, einigemal kleinere Beträge in der Gesamthöhe von 50 M gestohlen.<br>
Mit dem Dienstknecht Sebastian Böck, 18 Jahre alt, von Koppenbach habe ich im Herbste 1917 gegen 10 Uhr abends aus einem umzäunten Garten des Bauern Johann Walter (Sepp-Martl) in Koppenbach ein Schaf entwendet und an den Metzger Josef Kaspar in Waidhofen um 13 M verkauft. Kaspar wußte, daß das Schaf gestohlen war, denn ich habe ihn gefragt, ob er kein Schaf brauchen könne, worauf er erwiderte, ja, bring`s nur wenn eins haben kannst. Wie er es bereits hatte, wollte er hierfür nichts zahlen, erst auf wiederholte Forderung gab er mit 13 M hierfür. Nach meinem Dafürhalten war das Schaf zur selben Zeit mindestens 40 – 50 M wert.<br>
Mit dem Dienstknecht Sebastian Böck, 18 Jahre alt, von Koppenbach habe ich im Herbste 1917 gegen 10 Uhr abends aus einem umzäunten Garten des Bauern Johann Walter (Sepp-Martl) in Koppenbach ein Schaf entwendet und an den Metzger Josef Kaspar in Waidhofen um 13 M verkauft. Kaspar wußte, daß das Schaf gestohlen war, denn ich habe ihn gefragt, ob er kein Schaf brauchen könne, worauf er erwiderte, ja, bring`s nur wenn eins haben kannst. Wie er es bereits hatte, wollte er hierfür nichts zahlen, erst auf wiederholte Forderung gab er mit 13 M hierfür. Nach meinem Dafürhalten war das Schaf zur selben Zeit mindestens 40 – 50 M wert.<br>
Aus einem verschlossenen Schrank der Wohnung des Schmiedemeisters Greppmeier in Waidhofen, den ich mit der Hand aufgerissen habe, habe ich aus einer Westentasche eine Taschenuhr mit Kette und aus einem weiteren Schrank, der unversperrt war, eine braune, gut erhaltene Hose entwendet; ferner habe ich aus einem am Speicher stehenden, unversperrten Schrank, aus einer darin befindlichen Hose eine Geldbörse mit etwa 25 – 30 M Bargeld gestohlen.<br>
Aus einem verschlossenen Schrank der Wohnung des Schmiedemeisters Greppmeier in Waidhofen, den ich mit der Hand aufgerissen habe, habe ich aus einer Westentasche eine Taschenuhr mit Kette und aus einem weiteren Schrank, der unversperrt war, eine braune, gut erhaltene Hose entwendet; ferner habe ich aus einem am Speicher stehenden, unversperrten Schrank, aus einer darin befindlichen Hose eine Geldbörse mit etwa 25 – 30 M Bargeld gestohlen.<br>
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