Wissen: Der Erkennungsdienst der Polizeidirektion München: Unterschied zwischen den Versionen
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Vielfach wird den Ermittlern vorgeworfen, sie wären kopflos an den Tatort gekommen, und hätten dort ohne System ja chaotisch agiert, es versäumt [[Wissen: Fingerabdrücke|Fingerabdrücke]] zu nehmen oder hierfür gar nicht ausgestattet gewesen zu sein. Auf dieser Seite wollen wir die Tätigkeit des Erkennungsdienstes insbesondere bei der Tatbestandsaufnahme näher vorstellen. | Vielfach wird den Ermittlern vorgeworfen, sie wären kopflos an den Tatort gekommen, und hätten dort ohne System ja chaotisch agiert, es versäumt [[Wissen: Fingerabdrücke|Fingerabdrücke]] zu nehmen oder hierfür gar nicht ausgestattet gewesen zu sein. Auf dieser Seite wollen wir die Tätigkeit des Erkennungsdienstes insbesondere bei der Tatbestandsaufnahme näher vorstellen. | ||
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====Behandlung der am Tatort gefundenen Fingerabdrücke==== | ====Behandlung der am Tatort gefundenen Fingerabdrücke==== | ||
[[Ermittler: Rubner Josef|Josef Rubner]] von der Polizeidirektion in München, berichtete von einem von ihm entwickelten, neuen Verfahren bei der Aufnahme von Fingerabdrücken am Tatort. Seiner Meinung nach bildeten die bis zu diesem Zeitpunkt gebräuchlichen Methoden, wie z.B. das Auflegen von klebrigen, undurchsichtigen Präparaten auf die eingestäubten Fingerabdrücke, Probleme, da sich häufig Luftblasen bildeten, die eine einwandfreie Aufnahme der Spur verhinderten. Falls der Abzug jedoch gut gelang, so ist er dennoch seitenverkehrt, und muss erst seitenrichtig hergestellt werden, was nach Rubner am besten mit der Schneiderʼschen Folie gelang. Dies war für ihn auch das beste Verfahren, neben dem Fotografieren der Fingerabdrücke, welches aber viel zeitaufwendiger und teurer war. Rubner entwickelte ein seiner Ansicht nach billigeres und einfacheres Verfahren. <br> | [[Datei:PP Arbeitsraum.jpg|thumb|500px|Foto vom 1913er Neubau des Polizeipräsidiums in der Ettstraße, München]][[Ermittler: Rubner Josef|Josef Rubner]] von der Polizeidirektion in München, berichtete von einem von ihm entwickelten, neuen Verfahren bei der Aufnahme von Fingerabdrücken am Tatort. Seiner Meinung nach bildeten die bis zu diesem Zeitpunkt gebräuchlichen Methoden, wie z.B. das Auflegen von klebrigen, undurchsichtigen Präparaten auf die eingestäubten Fingerabdrücke, Probleme, da sich häufig Luftblasen bildeten, die eine einwandfreie Aufnahme der Spur verhinderten. Falls der Abzug jedoch gut gelang, so ist er dennoch seitenverkehrt, und muss erst seitenrichtig hergestellt werden, was nach Rubner am besten mit der Schneiderʼschen Folie gelang. Dies war für ihn auch das beste Verfahren, neben dem Fotografieren der Fingerabdrücke, welches aber viel zeitaufwendiger und teurer war. Rubner entwickelte ein seiner Ansicht nach billigeres und einfacheres Verfahren. <br> | ||
Er mischte, jeweils in gleicher Menge, Glyzerin und eine Gummilösung, die damals in Büros als Klebemittel verwendet wurde, miteinander und trug dieses Gemenge auf Gelatinepapier auf, das er sodann in der Luft trocknete. Mit Hilfe dieses Gelatinepapiers konnte man nun Fingerabdrücke, die mit Staub – laut Rubner am besten mit feinem Aluminiumpulver – sichtbar gemacht worden waren, abnehmen. | Er mischte, jeweils in gleicher Menge, Glyzerin und eine Gummilösung, die damals in Büros als Klebemittel verwendet wurde, miteinander und trug dieses Gemenge auf Gelatinepapier auf, das er sodann in der Luft trocknete. Mit Hilfe dieses Gelatinepapiers konnte man nun Fingerabdrücke, die mit Staub – laut Rubner am besten mit feinem Aluminiumpulver – sichtbar gemacht worden waren, abnehmen. | ||