Wissen: Fingerabdrücke: Unterschied zwischen den Versionen
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==Historisches== | ==Historisches== | ||
===William James Herschel=== | |||
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===Alphonse Bertillon=== | |||
Alphonse Bertillon war ein französischer Kriminalist und Anthropologe. Das von ihm entwickelte anthropometrische System zur Personenidentifizierung wurde zu seinen Ehren später Bertillonage genannt.<br> | Alphonse Bertillon war ein französischer Kriminalist und Anthropologe. Das von ihm entwickelte anthropometrische System zur Personenidentifizierung wurde zu seinen Ehren später Bertillonage genannt.<br> | ||
Die Bertillonage ist ein anthropometrisches System zur Identifizierung von Personen anhand von Körpermaßen. Es handelt sich hierbei um ein biometrisches Erkennungsverfahren. Bertillon knüpfte an die äußere Erscheinung der Person an. Nach einem genau festgelegten Verfahren wurde mit Hilfe dazu entwickelter Spezialgeräte elf Körpermaße erhoben und die Messungen auf Karteikarten eingetragen. Anlässlich der Weltausstellung in Lüttich gab der Pariser Polizeipräfekt bekannt, dass in Paris bislang 12.614 rückfällige Straftäter durch das von Bertillon entwickelte System identifiziert wurden. <br> | Die Bertillonage ist ein anthropometrisches System zur Identifizierung von Personen anhand von Körpermaßen. Es handelt sich hierbei um ein biometrisches Erkennungsverfahren. Bertillon knüpfte an die äußere Erscheinung der Person an. Nach einem genau festgelegten Verfahren wurde mit Hilfe dazu entwickelter Spezialgeräte elf Körpermaße erhoben und die Messungen auf Karteikarten eingetragen. Anlässlich der Weltausstellung in Lüttich gab der Pariser Polizeipräfekt bekannt, dass in Paris bislang 12.614 rückfällige Straftäter durch das von Bertillon entwickelte System identifiziert wurden. <br> | ||
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Bertillon war ein Gegner der Daktyloskopie (Fingerabdruckverfahren), die er für ungenau hielt. Trotzdem gelang ihm selbst 1902 die erste Identifizierung eines Mörders in Europa anhand eines Fingerabdrucks. Der Erfolg konnte Bertillon jedoch nicht umstimmen, der die Daktyloskopie weiterhin ablehnte und in der Folgezeit nur ungern über diesen Fall sprach. <br> | Bertillon war ein Gegner der Daktyloskopie (Fingerabdruckverfahren), die er für ungenau hielt. Trotzdem gelang ihm selbst 1902 die erste Identifizierung eines Mörders in Europa anhand eines Fingerabdrucks. Der Erfolg konnte Bertillon jedoch nicht umstimmen, der die Daktyloskopie weiterhin ablehnte und in der Folgezeit nur ungern über diesen Fall sprach. <br> | ||
Das Ende der Bertillonage kam mit dem spektakulären Diebstahl der Mona Lisa aus dem Louvre im Jahre 1911: Der Täter hatte sowohl auf einer Glasscheibe als auch auf einer Türklinke seine Fingerabdrücke hinterlassen. Wie sich bei Verhaftung des Diebes 1913 herausstellte, waren die Abdrücke bereits seit 1909 registriert, aber in den Tausenden nach Körpermaßen sortierten Karteikästen nicht gefunden worden. Genauso schnell, wie die Bertillonage zwei Jahrzehnte zuvor in vielen Ländern eingeführt worden war, schwenkte die Polizei nun um auf die leistungsfähigere Daktyloskopie.<br> | Das Ende der Bertillonage kam mit dem spektakulären Diebstahl der Mona Lisa aus dem Louvre im Jahre 1911: Der Täter hatte sowohl auf einer Glasscheibe als auch auf einer Türklinke seine Fingerabdrücke hinterlassen. Wie sich bei Verhaftung des Diebes 1913 herausstellte, waren die Abdrücke bereits seit 1909 registriert, aber in den Tausenden nach Körpermaßen sortierten Karteikästen nicht gefunden worden. Genauso schnell, wie die Bertillonage zwei Jahrzehnte zuvor in vielen Ländern eingeführt worden war, schwenkte die Polizei nun um auf die leistungsfähigere Daktyloskopie.<br> | ||
===Juan Vucetich=== | |||
1892 wurde in Argentinien erstmals ein Mord, ein doppelter Kindsmord durch die Mutter, rein aufgrund eines Fingerabdrucks aufgeklärt. <br> | 1892 wurde in Argentinien erstmals ein Mord, ein doppelter Kindsmord durch die Mutter, rein aufgrund eines Fingerabdrucks aufgeklärt. <br> | ||
Juan Vucetich, ein argentinischer Kriminalist österreichischer Abstammung verließ nach seiner seiner Lehre als Böttcher seine Heimat Kroatien und zog nach Argentinien. 1888 wurde er in La Plata Angestellter der Landespolizei und ab 1891 Leiter der Statistikabteilung. Mit anthropometrischen Studien zur Täteridentifikation beauftragt, fiel ihm auf, dass kein Fingerabdruck dem anderen gleicht.<br> | Juan Vucetich, ein argentinischer Kriminalist österreichischer Abstammung verließ nach seiner seiner Lehre als Böttcher seine Heimat Kroatien und zog nach Argentinien. 1888 wurde er in La Plata Angestellter der Landespolizei und ab 1891 Leiter der Statistikabteilung. Mit anthropometrischen Studien zur Täteridentifikation beauftragt, fiel ihm auf, dass kein Fingerabdruck dem anderen gleicht.<br> | ||