Wissen: Der Erkennungsdienst der Polizeidirektion München: Unterschied zwischen den Versionen

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*einen Apparat für Bertillonsche Aufnahmen, der seit dem Jahre 1899 im Betrieb war  und bis 1911 als 10 000 Aufnahmen geliefert hatte
*einen Apparat für Bertillonsche Aufnahmen, der seit dem Jahre 1899 im Betrieb war  und bis 1911 als 10 000 Aufnahmen geliefert hatte
*eine von der Firma Ernemann in Görlitz hergestellte Kriminalausrüstung „Globus II" mit Optik von Berthiot-Lacour (System Bertillon) für metrische Photographie
*eine von der Firma Ernemann in Görlitz hergestellte Kriminalausrüstung „Globus II" mit Optik von Berthiot-Lacour (System Bertillon) für metrische Photographie
Zum Photographieren von Fingerabdrücken u. dgl. sind die vorhandenen Apparate ausreichend
Zum Photographieren von Fingerabdrücken u. dgl. sind die vorhandenen Apparate ausreichend. Liefern sie keine genügenden Ergebnisse, so werden die betreffenden Gegenstände an die vorzüglich arbeitende, mit den modernsten und besten Apparaten ausgerüstete Lehr- und Versuchsanstalt für Photographie , Chemigraphie, Lichtdruck und Gravüre in München hinübergegeben, die dann die Aufnahme besorgt.


== Weitere Hilfsmittel==
== Weitere Hilfsmittel==

Version vom 21. Februar 2026, 14:25 Uhr


Was

Vielfach wird den Ermittlern vorgeworfen, sie wären kopflos an den Tatort gekommen, und hätten dort ohne System ja chaotisch agiert, es versäumt Fingerabdrücke zu nehmen oder hierfür gar nicht ausgestattet gewesen zu sein. Auf dieser Seite wollen wir die Tätigkeit des Erkennungsdienstes insbesondere bei der Tatbestandsaufnahme näher vorstellen. Weitere zusätzliche detaillierte Informationen in der Kategorie Polizeiarbeit.

Gründung

Die Kriminalbeamtenkonferenz in Berlin vom 14. und 15. Juni 1897 und der Einführung der Körpermessung nach Bertillons Systemim Deutschen Reich, hatte auch für München die Einrichtung eines Erkennungsdienstes bei der K. Polizeidirektion zur Folge. Es wurde ein Atelier bereitgestellt, ein photographischer Apparat nach Bertillons System, eine Kamera für Tatbestandsaufnahmen und ein Vergrößerungsapparat beschafft. Beamte wurden im Messen und Fotografieren ausgebildet und gegen Ende des Jahres 1898 konnte der Erkennungsdienst seine Tätigkeit beginnen.

Tätigkeit

Registratur für Fingerabdrücke

Bei der Einrichtung einer daktyloskopischen Registratur in München war die größte Schwierigkeit die Wahl des Systems für die Klassifizierung und Registrierung der Fingerabdruckbogen. Von vornherein stand fest, daß für München nur ein Verfahren in Betracht kommen konnte, dass im Gebiete des Deutschen Reiches bereits irgendwo Boden gefasst hatte. Zur Wahl standen damit das englische System Henry , dessen eifrige Verfechterinnen die Polizeidirektionen Wien und Dresden sind, dann das von Bertillon und Klatt modifizierte Henrysche Verfahren, nach dem der Berliner Erkennungsdienst arbeitet, und die Registrierungsmethode, die Polizeidirektor Dr. Roscher in Hamburg erdacht und bei der Polizeibehörde in Hamburg eingeführt hat.
Da das Verfahren Henrys das daktyloskopische Ursystem war und von allen Klassifikationsmethoden die weiteste Verbreitung genoß, entschied man sich dafür. Die K. Polizeidirektion München hat das System Henry den beiden anderen Methoden vorgezogen, weil sie das Ursystem trotz mancher Mängel immer noch für besser hielt als die abgeleiteten Systeme Berlins und Hamburgs und außerdem auch deshalb , weil das englische System in Deutschland und im Ausland am weitesten verbreitet ist. Am 1. Juli 1909 trat die Registratur für Fingerabdruckbogen beim Münchener Erkennungsdienst ins Leben.
Weitere Details inklusive einer Statistik der bayerischen Landestelle für Fingerabdrücke auf unserer Spezialseite.

Photographie

Der Münchener Erkennungsdienst verfügte über ein ausreichendes photographisches Atelier mit 2 geräumigen Dunkelkammern. Im neugebauten "Augustinerstock" wurden große Räume für photographische Zwecke vorgesehen.

An Apparaten besaß der Erkennungsdienst:

  • 3 Reisekameras (24 mal 30, 13-mal 18 und 9 mal 12)
  • einen Apparat für Bertillonsche Aufnahmen, der seit dem Jahre 1899 im Betrieb war und bis 1911 als 10 000 Aufnahmen geliefert hatte
  • eine von der Firma Ernemann in Görlitz hergestellte Kriminalausrüstung „Globus II" mit Optik von Berthiot-Lacour (System Bertillon) für metrische Photographie

Zum Photographieren von Fingerabdrücken u. dgl. sind die vorhandenen Apparate ausreichend. Liefern sie keine genügenden Ergebnisse, so werden die betreffenden Gegenstände an die vorzüglich arbeitende, mit den modernsten und besten Apparaten ausgerüstete Lehr- und Versuchsanstalt für Photographie , Chemigraphie, Lichtdruck und Gravüre in München hinübergegeben, die dann die Aufnahme besorgt.

Weitere Hilfsmittel

Tätigkeit des Erkennungsdienstes bei der Tatbestandsaufnahme

Nachrichtendienst für die Sicherheitspolizei

die Zigeunerzentrale war dem Erkennungsdienst angeschlossen. (Anm.: aufgrund der Sensibilität erlauben wir uns hier direkt auf Wikipedia zu verlinken)

Quellen

Archiv für Kriminal-Anthropologie und Kriminalistik Band 40