Korbmacher und deren Lebensumstände: Unterschied zwischen den Versionen
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Korbmacher, auch Korbflechter<br> | Korbmacher, auch Korbflechter<br> | ||
Bayerisch: Körbelzäuner, Kirmzäuner, Kürmzäuner<br> | Bayerisch: Körbelzäuner, Kirmzäuner, Kürmzäuner<br> | ||
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Der Korbmacher ist ein handwerklicher Produzent und Reparateur von geflochtenen Körben. Korbmacher waren zugleich auch Korbhausierer. Soweit nicht die ländliche Bevölkerung ihre Körbe selbst herstellte, und bevor sie auf industrielle Produkte aus Draht und Kunststoff zugreifen konnte, bezog sie sie von Korbmachern und Korbhausierern.<br> | Der Korbmacher ist ein handwerklicher Produzent und Reparateur von geflochtenen Körben. Korbmacher waren zugleich auch Korbhausierer. Soweit nicht die ländliche Bevölkerung ihre Körbe selbst herstellte, und bevor sie auf industrielle Produkte aus Draht und Kunststoff zugreifen konnte, bezog sie sie von Korbmachern und Korbhausierern.<br> | ||
Im [https://www.haus-im-moos.de/ Freilichtmuseum Haus im Moos] steht auf einer Tafel zu den Korbmachern:<br> | Im [https://www.haus-im-moos.de/ Freilichtmuseum Haus im Moos] steht auf einer Tafel zu den Korbmachern:<br> | ||
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Das Korbflechten war eine klassische Noterwerbsweise. Das Rohmaterial für den Nachschub fand sich kostenlos in der Natur vor. Weidenbestandene Bach- und Flussläufe bildeten die klassische Ressource der Korbmacher, die die abgeschnittenen Korbweidenruten zunächst in Wasser einweichen mussten, um sie zu verarbeiten.<br> | Das Korbflechten war eine klassische Noterwerbsweise. Das Rohmaterial für den Nachschub fand sich kostenlos in der Natur vor. Weidenbestandene Bach- und Flussläufe bildeten die klassische Ressource der Korbmacher, die die abgeschnittenen Korbweidenruten zunächst in Wasser einweichen mussten, um sie zu verarbeiten.<br> | ||
Die Ernte erfolgte meist im Herbst, nach dem Laubabfall. Danach wurden die Weidenruten über den Winter getrocknet und konnten im nächsten Jahr verarbeitet werden. Weiden können roh – also mit Bast-, geschält und gekocht verwendet werden. Je nach Art müssen sie jedoch vor der Verarbeitung einige Stunden bis 2 Wochen gewässert werden. Aber auch unterwegs auf der Reise konnte immer und ständig geerntet und damit für Nachschub gesorgt werden.<br> | Die Ernte erfolgte meist im Herbst, nach dem Laubabfall. Danach wurden die Weidenruten über den Winter getrocknet und konnten im nächsten Jahr verarbeitet werden. Weiden können roh – also mit Bast-, geschält und gekocht verwendet werden. Je nach Art müssen sie jedoch vor der Verarbeitung einige Stunden bis 2 Wochen gewässert werden. Aber auch unterwegs auf der Reise konnte immer und ständig geerntet und damit für Nachschub gesorgt werden.<br> | ||