Komplex Adolf Gump: Historisches: Unterschied zwischen den Versionen
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|[[Personen: Dersch Xaver |Dersch Xaver]] | |||
|Vom Frühjahr 1919- Oktober 1920 Mitglied im Freikorps Epp. Nach dem Ausscheiden aus dem Freikorps kam er als Gemeindeschreiber nach Waidhofen. Später wurde er zum Gemeindesekretär für die Gemeinden Waidhofen, Koppenbach, Wangen und Diepoltshofen. | |||
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|[[Wissen: Einwohnerwehr Wangen|Einwohnerwehr Wangen]] | |[[Wissen: Einwohnerwehr Wangen|Einwohnerwehr Wangen]] | ||
|zu den [[Dokumente: 1919 Gewehrliste Einwohnerwehr Wangen|einzelnen Mitgliedern]] die von der [[Wissen: Bürgerwehr Schrobenhausen| Bürgerwehr Schrobenhausen]] mit Waffe und Munition ausgestattet wurden | |zu den [[Dokumente: 1919 Gewehrliste Einwohnerwehr Wangen|einzelnen Mitgliedern]] die von der [[Wissen: Bürgerwehr Schrobenhausen| Bürgerwehr Schrobenhausen]] mit Waffe und Munition ausgestattet wurden | ||
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|[https://de.wikipedia.org/wiki/Wilhelm_Frick Wilhelm | |[https://de.wikipedia.org/wiki/Wilhelm_Frick Frick Wilhelm ] | ||
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*Leiter der politischen Polizei in München; Förderer von Adolf Hitler und der NSDAP und von 1933 bis 1943 Reichsminister des Innern | *Leiter der politischen Polizei in München; Förderer von Adolf Hitler und der NSDAP und von 1933 bis 1943 Reichsminister des Innern | ||
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*Im Nürnberger Prozess gegen die Hauptkriegsverbrecher vor dem Internationalen Militärgerichtshof war Frick einer der 24 Angeklagten. Er wurde am 1. Oktober 1946 in drei von vier Anklagepunkten schuldig gesprochen, zum Tod durch den Strang verurteilt und am 16. Oktober 1946 hingerichtet. | *Im Nürnberger Prozess gegen die Hauptkriegsverbrecher vor dem Internationalen Militärgerichtshof war Frick einer der 24 Angeklagten. Er wurde am 1. Oktober 1946 in drei von vier Anklagepunkten schuldig gesprochen, zum Tod durch den Strang verurteilt und am 16. Oktober 1946 hingerichtet. | ||
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|[[Personen: Gruber Andreas | Andreas | |[[Personen: Gruber Andreas |Gruber Andreas]] | ||
|Mitglied in der Einwohnerwehr Wangen | |Mitglied in der Einwohnerwehr Wangen | ||
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|[[Personen: Gump Adolf | Adolf | |[[Personen: Gump Adolf |Gump Adolf]] | ||
|Als Mitglied im Freikorps Oberland in die Reichswehrbrigade 21 übernommen, aktiv bei den Aufständen in Oberschlesien beteiligt. | |Als Mitglied im Freikorps Oberland in die Reichswehrbrigade 21 übernommen, aktiv bei den Aufständen in Oberschlesien beteiligt. | ||
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|[[Ermittler: Ott Franz|Franz | |[[Ermittler: Ott Franz|Ott Franz]] | ||
|Kriminaloberinspektor bei der Polizeidirektion München, ermittelte zusammen mit Georg Reingruber im Spätsommer 1922 im Mordfall Hinterkaifeck. Er war an der Aufklärung des Fememordes an [https://www.historisches-lexikon-bayerns.de/Lexikon/Fememorde#Die_bayerischen_F%C3%A4lle Hans Hartung] beteiligt. Ihm war die Bearbeitung des Falles Hartung nicht nur unangenehm, sondern er hatte sich wohl sogar in dem Sinne geäußert, daß er sich bei diesem Verfahren befangen fühle. Die Meinung, daß es <i>"um einen solchen Lumpen nicht schade"</i> sei, die er als Stimmung im Volk über solche Taten bezeichnete, kam wohl seiner eigenen Überzeugung recht nahe. Ott war nicht nur Mitglied der Einwohnerwehr, sondern sympathisierte politisch mit rechtsradikalen Kreisen. Obwohl er zwar in einer späteren Aussage darauf hinwies, daß er diesen Fall wie jeden anderen trotz seiner politischen Einstellung behandelt habe, sind dennoch Zweifel daran berechtigt. | |Kriminaloberinspektor bei der Polizeidirektion München, ermittelte zusammen mit Georg Reingruber im Spätsommer 1922 im Mordfall Hinterkaifeck. Er war an der Aufklärung des Fememordes an [https://www.historisches-lexikon-bayerns.de/Lexikon/Fememorde#Die_bayerischen_F%C3%A4lle Hans Hartung] beteiligt. Ihm war die Bearbeitung des Falles Hartung nicht nur unangenehm, sondern er hatte sich wohl sogar in dem Sinne geäußert, daß er sich bei diesem Verfahren befangen fühle. Die Meinung, daß es <i>"um einen solchen Lumpen nicht schade"</i> sei, die er als Stimmung im Volk über solche Taten bezeichnete, kam wohl seiner eigenen Überzeugung recht nahe. Ott war nicht nur Mitglied der Einwohnerwehr, sondern sympathisierte politisch mit rechtsradikalen Kreisen. Obwohl er zwar in einer späteren Aussage darauf hinwies, daß er diesen Fall wie jeden anderen trotz seiner politischen Einstellung behandelt habe, sind dennoch Zweifel daran berechtigt. | ||
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|Ernst | |[https://de.wikipedia.org/wiki/Ernst_P%C3%B6hner Pöhner Ernst] | ||
|Polizeipräsident der Polizeidirektion München vom 03.05.1919 -28.09.1921, danach Rat am obersten Landesgericht in München. Förderer der Gründung der Einwohnerwehren. Als Polizei-präsident deckte er die Aktivitäten des antisemitischen Geheimbundes Organisation Consul und schuf eine „politische Abteilung“, deren Leitung er Wilhelm Frick übertrug. Pöhner kannte Adolf Hitler seit 1920, und war einer der politischen Köpfe des Hitler-Putschs vom 8./9. November 1923 und für den Fall des Gelingens als bayer. Ministerpräsident vorgesehen. Monarchisch-obrigkeitlich geprägt, durch Kriegs- und Revolutionserfahrung radikalisiert, spielte P. eine bedeutende Rolle in der gegenrevolutionären Umkehr der Verhältnisse in Bayern. Er trug dazu bei, daß München zeitweise Sammelstätte und Hochburg rechtsextremistischer Kreise wurde. | |Polizeipräsident der Polizeidirektion München vom 03.05.1919 -28.09.1921, danach Rat am obersten Landesgericht in München. Förderer der Gründung der Einwohnerwehren. Als Polizei-präsident deckte er die Aktivitäten des antisemitischen Geheimbundes Organisation Consul und schuf eine „politische Abteilung“, deren Leitung er Wilhelm Frick übertrug. Pöhner kannte Adolf Hitler seit 1920, und war einer der politischen Köpfe des Hitler-Putschs vom 8./9. November 1923 und für den Fall des Gelingens als bayer. Ministerpräsident vorgesehen. Monarchisch-obrigkeitlich geprägt, durch Kriegs- und Revolutionserfahrung radikalisiert, spielte P. eine bedeutende Rolle in der gegenrevolutionären Umkehr der Verhältnisse in Bayern. Er trug dazu bei, daß München zeitweise Sammelstätte und Hochburg rechtsextremistischer Kreise wurde. | ||
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|Ernst | |[https://de.wikipedia.org/wiki/Ernst_R%C3%B6hm Röhm Ernst] | ||
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*Mitglied im Freikorps Epp | *Mitglied im Freikorps Epp | ||
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*übernahm die nach der Auflösung der Einwohnerwehren 1921 neu eingerichtete sogenannte Feldzeugmeisterei der Reichswehr. Aufgabe dieser illegalen Einrichtung war es, nach den Bestimmungen des Versailler Vertrages verbotene Bestände an Waffen und Munition vor der interalliierten Kontrollkommission zu verstecken. | *übernahm die nach der Auflösung der Einwohnerwehren 1921 neu eingerichtete sogenannte Feldzeugmeisterei der Reichswehr. Aufgabe dieser illegalen Einrichtung war es, nach den Bestimmungen des Versailler Vertrages verbotene Bestände an Waffen und Munition vor der interalliierten Kontrollkommission zu verstecken. | ||
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|[[Personen: Scheppach Rupert | Rupert | |[[Personen: Scheppach Rupert |Scheppach Rupert]] | ||
|Scheppach arbeitete im Reichshüttenwerk Ingolstadt-später das o. e. „Zeugamt Bayern .Mitte“ der geheimen Feldzeugmeisterei und kam 1919 und 1920 öfter zum Hamstern nach Hinterkaifeck. [[Personen: Gruber Andreas | Andreas Gruber]] soll ihn gebeten haben, sein Gewehr zu reparieren, was er auch tat. Scheppach stellte fest, dass ein neuer Zündkegel benötigt wurde. Als er Gruber einen neuen Zündkegel zurück gebracht und das Geweht instand gesetzt hat, habe er ihm auch Schrotkörner -in seiner Lohntüte eingepackt- mitgebracht. Nach den Morden fand man die Lohntüte in der Magdkammer. Rupert Scheppach wurde am 22.04.1922 von der Gendarmerie Ingolstadt vernommen. Seine Aussage liegt nicht mehr vor. In einem [[Dokumente: 1931-03-28 Notiz über Lohntüte | Vermerk]] an den Oberstaatsanwalt [[Orte: Neuburg a. d. Donau|Neuburg an der Donau]] wurde von der Aussage Scheppachs berichtet. | |Scheppach arbeitete im Reichshüttenwerk Ingolstadt-später das o. e. „Zeugamt Bayern .Mitte“ der geheimen Feldzeugmeisterei und kam 1919 und 1920 öfter zum Hamstern nach Hinterkaifeck. [[Personen: Gruber Andreas | Andreas Gruber]] soll ihn gebeten haben, sein Gewehr zu reparieren, was er auch tat. Scheppach stellte fest, dass ein neuer Zündkegel benötigt wurde. Als er Gruber einen neuen Zündkegel zurück gebracht und das Geweht instand gesetzt hat, habe er ihm auch Schrotkörner -in seiner Lohntüte eingepackt- mitgebracht. Nach den Morden fand man die Lohntüte in der Magdkammer. Rupert Scheppach wurde am 22.04.1922 von der Gendarmerie Ingolstadt vernommen. Seine Aussage liegt nicht mehr vor. In einem [[Dokumente: 1931-03-28 Notiz über Lohntüte | Vermerk]] an den Oberstaatsanwalt [[Orte: Neuburg a. d. Donau|Neuburg an der Donau]] wurde von der Aussage Scheppachs berichtet. | ||
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|[[Personen: Schirovsky Hans | Johann | |[[Personen: Schirovsky Hans |Schirovsky Johann]] | ||
|Mitglied im '''Freikorps''' Passau. Fliegerstaffel | |Mitglied im '''Freikorps''' Passau. Fliegerstaffel | ||
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